+++ Dieser Text erschien im +3 Magazin in der Süddeutschen Zeitung am 21.12.2018 +++

Wenn das sichere Gefühl zuhause mitwohnt

So wie bei der Schönheit jeder andere Maßstäbe ansetzt und manch einer bereits den morgendlichen Gang zum Bäcker als sportliche Höchstleistung wertet, so birgt auch das Thema Sicherheit viele subjektive Bewertungsansätze. Der eine fühlt sich allein schon durch heruntergelassene Rollläden sicher, während sein Nachbar Bewegungsmelder, Überwachungskameras und hochwertigste Schlösser benötigt, damit sich auch nur annähernd ein Gefühl von Sicherheit einstellt. Wenn es darum geht, in welche Smart-Home-Anwendungsbereiche wir hierzulande am ehesten investieren würden, entscheiden wir uns – neben dem etwa gleich ausgeprägten Wunsch nach Energieeffizienz – am liebsten für die Sicherheit rund um Haus oder Wohnung; Innen- und Außenkameras, denen nichts entgeht, wirksame Fensterkontakte und eine abschreckende Lichtsteuerung genießen allerhöchste Priorität. Was das smarte sichere Leben in den eigenen vier Wänden angeht, so hat jeder individuell und auf seine Bedürfnisse zugeschnitten eine Vielzahl von Optionen, die innerhalb eines mitdenkenden Ökosystems ihre ganzen Stärken ausspielen.  Der integrierte Feuer- und Rauchmelder hat im Idealfall einen direkten Draht zu den Leitstellen, zeitgleich fahren im Ernstfall die Rollläden daheim eigenständig hoch, damit die Einsatzkräfte mühelos ins Haus gelangen können. Ansonsten entscheidet an der Haustür die automatische Gesichtserkennung, wer hineindarf und wer besser nicht.

 

Robert Daumoser
Robert Daumoser, Geschäftsführer COQON GmbH & Co. KG
Ein kluges Smart-Home-System wächst mit.

Es lässt sich jederzeit an die individuellen Lebensbedingungen anpassen, wenn es die Umstände erfordern. Wer älter wird und Einschränkungen in der eigenen Beweglichkeit erfährt, ist nicht selten zwangsläufig auf Unterstützung in den eigenen vier Wänden angewiesen. Auch hier ist Sicherheit stark gefragt, um ein gutes Gefühl zu haben, ganz besonders auch auf Seiten der Angehörigen. Wenn der leicht demente Vater die Wohnung zur ungewohnten Zeit verlässt, folgt unmittelbar die Nachricht aufs Handy – oder die Videokamera wird aktiviert, um aus der Distanz zu kontrollieren, ob nach einem Sturz etwa Unterstützung notwendig ist. Keine Frage: Ambient Assisted Living (AAL) bietet beim Thema Sicherheit und Prävention künftig viele Chancen – und sei es, dass die Leuchte am Nachttisch am Morgen regelmäßig auf die dringende Einnahme von wichtigen Medikamenten hinweist. Beim Smart Home nimmt noch ein Sicherheitsaspekt eine Schlüsselrolle eine: die Datensicherheit. So war ein Ergebnis unserer jüngsten COQON-Studie, dass sich 83 Prozent verpflichtende Datenschutzstandards für Hersteller wünschen; 75 Prozent würden einem deutschen Hersteller mit Server nach der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung den Zuschlag geben. Sicher ist eben sicher.

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Was gibt uns mehr Sicherheit? Robert Daumoser antwortet in der Süddeutschen Zeitung
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