Interview mit Andreas Kadler, CEO von COQON, über seine Leidenschaft, intelligentes Wohnen zu entwickeln

 

Thema: Smart-Living

Was macht COQON anders als vergleichbare Lösungen?

Andreas Kadler
Andreas Kadler

Mit unserer Smart-Living-Lösung COQON stehen wir für den Anspruch, smartes Wohnen für jedermann möglich und bezahlbar zu machen. Wir legen dabei höchsten Wert auf einfache Bedienbarkeit, herausragendes Design und eine höchstmögliche Absicherung des Systems gegen unerwünschte Zugriffe. Was wenige wissen: Schon mit wenigen Hundert Euro kann ich mein Zuhause intelligent vernetzten und mein Leben zu Hause leichter und komfortabler gestalten.

COQON ist ein zweigleisiges System, denn es eignet sich für Smart-Home-Einsteiger wie auch für anspruchsvolle Anwender aus dem Profi-Bereich, hier kommt dann der Fachhandwerker zum Einsatz. Es ist ein funkvernetztes, modulares und erweiterbares System. Von der „schlauen“ Steckdose bis zum Rauchwarnmelder bieten wir aktuell rund 60 Produkte aus einer Hand an – und sind dabei auch offen für andere Hersteller wie Sonos, Netatmo, in Kürze Philips Hue und viele weitere.

Viele Verbraucher haben Berührungsängste wegen der Komplexität, was entgegnen Sie diesen?

COQON ist durchweg auf Verständlichkeit und Einfachheit ausgelegt und in vielen Punkten einzigartig. Wir bieten Plug-and-Play Produkte über unseren Onlineshop an, die ganz simpel per Barcode Scan mit dem Smartphone angelernt werden. So muss ich als Anwender nicht mit komplizierten Typ-Klassen oder Produktnamen hantieren. Wer kein Interesse an der selbständigen Einrichtung hat, der kann sich COQON einfach über das Fachhandwerk bundesweit schlüsselfertig einbauen lassen.

Was uns in der Entwicklung besonders wichtig war: Sie benötigen durchgehend nur eine App für die Steuerung Ihrer smarten Produkte zuhause. Doch eine Sache können wir nicht besser machen: Das ist der Taster an der Wand, um beispielsweise das Licht einzuschalten. Das ist einfach gelernt, intuitiv und sinnvoll. Nur sind wir einen Schritt weiter gegangen und geben dem Anwender die Chance, eben diesen Tastern schlaue Funktionen zuzuordnen. Äußerlich gibt es bei den Tastern keinen Unterschied zu den klassischen Programmen der großen bekannten Hersteller. Wir passen unsere smarten Taster in die vorhandenen Rahmen ein.

Welche Vorzüge bietet die intelligente Steuerung des Eigenheims oder der Wohnung?

Bei Autos, Flugzeugen oder Zügen haben wir uns längst an eine ganze Reihe von Technologien und Assistenzsystemen gewöhnt. Unsere Autos warnen uns, wenn nicht alle Türen geschlossen sind, Komfortdienste wie Klimaanlage, Lichtregelung, elektrische Fensterheber und das Schließen aller Türen mit einem Knopfdruck sind längst Standard. Unser Wohnen hat sich aber in den letzten 50 Jahren praktisch nicht weiterentwickelt – Licht an, Licht aus. Uns fällt einfach kein Grund ein, warum das so bleiben sollte. Da steckt mehr Potenzial in den eigenen vier Wänden. Sehr viel mehr.

Smarte Geräte für das eigene Zuhause gibt es ja fast schon täglich neue – aber erst die intelligente Vernetzung von verschiedenen Produkten macht das Wohnen wirklich smart. Und das hat vor allem drei Vorteile:

Erstens einen enormen Komfortgewinn, wenn beispielsweise abends nicht alle Rollläden oder Lichter einzeln von Hand bedient werden müssen. Das geht dann mit einem Fingertipp auf dem Smartphone, einem Druck auf den Taster oder völlig automatisch nach einem festgelegten Plan.

Zweitens: Smart Home erhöht die Sicherheit in den eigenen vier Wänden. Ein Wassermelder alarmiert, falls irgendwo Wasser austritt und stellt per elektrischem Ventil die Hauptleitung ab. Bewegungsmelder und Kameras melden unerwünschte Gäste und können das Licht überall anmachen, die Sonos-Stereoanlage und so die Bewohner warnen. Per Push-Nachricht auf das Handy erfahren Sie jederzeit, wenn zuhause etwas nicht stimmt.

Ein dritter Aspekt betrifft den Bereich des Energie-Managements. Dieser erhöht vor allem den Komfort und trägt ganz nebenher zur Senkung der Heizkosten bei – indem Sie beispielsweise die Informationen Ihrer Netatmo-Wetterstation einbinden und beispielsweise beim Verlassen der Wohnung die Temperatur absenken. Im Umkehrschluss können Sie nach Plan oder aus der Ferne auch bequem die Heizung hochstellen, damit es schön warm ist, wenn Sie nach Hause kommen.

Wer ist überhaupt daran interessiert, sein Zuhause schlau zu machen?

Wir wissen aus einer aktuellen, repräsentativen Studie, dass 74 Prozent der Deutschen gern in einem Smart Home leben möchten. Über die Hälfte hält Investitionen für sinnvoll und immerhin ein Viertel ist sogar bereit über 2.000 Euro für smarte Lösungen auszugeben. Aus meiner Sicht gibt es aber vier Hürden, die smarte Wohnungen bis dato nicht zum Standard haben werden lassen. Zum einen sind das hohe Kosten, fehlende übergreifende Vernetzung und eben eine extrem hohe Komplexität, die damit verbunden war, ein smartes System zum Laufen zu bringen. Und last but not least war einfach das Styling nicht wohnzimmertauglich, sondern das hat man am liebsten irgendwo im Schrank verschwinden lassen. Und diese vier Punkte haben uns dazu gebracht, über eine eigene Lösung nachzudenken.

 

Thema: Steuerung

Was genau lässt sich mit COQON steuern?

Es gibt fast nichts, was nicht integrier- und steuerbar wäre. So ziemlich jedes strombetriebene Gerät kann in ein smartes System eingebunden werden. Richtig Spaß macht aber erst die Vernetzung in Programmen und Szenen: Ob Grillabend, Kaminstimmung, Fußball, Frühstück oder Katerstimmung. Das Ambiente wird automatisch so eingerichtet, wie ich es mir wünsche. Von Typ zu Typ sind Ansprüche und Bedürfnisse unterschiedlich: Vielleicht ist es die Markise, die bei Wind und Regen endlich automatisch einfahren soll. Ein anderer wünscht sich vielleicht eine Warnlampe, die aufleuchtet, falls beim Verlassen der Wohnung noch ein Fenster geöffnet ist.

Das System lässt sich über eine Smartphone-App bedienen. Wie schaut es aus, wenn mehrere unterschiedliche Nutzer das System parallel bedienen möchten?

COQON ist wie gemacht für alle – für Mutter, Vater, Kinder, Oma und Opa. Denn das große Plus ist: Es ist als Multi-Nutzer-System ausgelegt. Sie können Nutzern individuelle Möglichkeiten zur Steuerung einräumen. Wir haben einen Rollen- und Rechtesystem hinterlegt, mit dem der Hausherr oder die Herrin bestimmt, wer was bedienen darf. Wenn das Kind ab 20 Uhr keine Playstation spielen soll, dann bestimmten Sie das über das System – und nur Sie!

Man muss aber auch wissen, dass die smarte Wohnung weiterhin konventionell mit Tastern an der Wand bedienbar bleibt. Sie müssen also nicht jedes Mal ein Smartphone zücken und das Recht am Licht haben. Das wäre sehr unpraktisch.

 Sie sagen es, dass es ist nicht besonders smart ist, das Licht per Smartphone zu bedienen. Welche Intelligenz steckt in der COQON App?

 Das wäre dann wieder die klassische Fernbedienung – die finden wir noch nicht besonders intelligent. Mit COQON sind wir gestartet, um den Nutzern Automatisierungen zu ermöglichen. Sie haben es gewissermaßen selbst in der Hand, sind der Regisseur, Beleuchter und Stimmungsmacher im eigenen  Heim, bestimmen Regeln – die wir Programme nennen – entwickeln Szenen, steuern Aktoren und Sensoren, einfach und intuitiv. Und falls Sie lieber nur genießen möchten, machen dies auch gern unsere Partner im Fachhandwerk für Sie – schlüsselfertig. COQON ist zudem eine universelle und mitwachsende Lösung – kein App-Wechsel für verschiedene Anwendungen erforderlich, keine Silos oder Insellösungen und wir ergänzen stetig weitere Anwendungen.

 

Thema: Einbau

Wie wird COQON eingebaut?

Für das smarte Wohnen mit COQON braucht es im Grunde drei Dinge: Zum einen das Gateway, die sogenannte Qbox. Dann natürlich smarte Produkte und zur Einrichtung und Steuerung ein Smartphone, worauf unsere App läuft. Die gibt es für Android und für iOS. Über unsere Qbox lassen sich dann die verschiedenen smarten Produkte einbinden. Ob das nun eine Netatmo-Wetterstation ist oder über Z-Wave verschiedene Funkaktoren, die beispielsweise die Rollläden steuern. Das hängt ganz vom individuellen Bedarf ab. Schon heute kann man rund 50 unserer COQON Produkte einbinden. Und viele, viele weitere smarte Dinge, die es auf der Welt schon gibt.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen, wenn ich mein Haus oder meine Wohnung mit COQON ausstatte?

Sie haben die Kosten jederzeit transparent im Blick und können einfach nach Ihrem Bedarf loslegen und das System schrittweise aufbauen. Los geht‘s ab 399 Euro mit der Qbox, die es auf coqon.de gibt. Danach wählen Sie die Produkte aus, die zu Ihrer Wohnsituation und Ihren Wünschen passen. Wenn Sie die Stehlampe in der Ecke immer schon mit einem Taster an der Wand steuern wollten, benötigen Sie dafür einen Plug-and-Play Zwischenstecker für die Steckdose sowie einen Taster – Kostenpunkt rund 100 Euro. Sie können sich aber auch über unsere Website ein Komplettangebot von einem unserer zahlreichen Partner aus dem Fachhandwerk machen lassen. Sie erhalten dann ein Angebot, das individuell auf Sie zugeschnitten ist – schlüsselfertig inklusive Einbau.

Die Kosten sind immer relativ zu den neuen Möglichkeiten zu sehen, die man mit einem Smart Home hat. Als Referenz gelten hier kabelgebundene Systeme wie KNX. Ein Rechenbeispiel: Eine Komplettausstattung eines 140-qm-Wohngebäudes inklusive Einbau beziffert sich auf kabelgebundener Basis schnell auf 30.000 bis 50.000 Euro. Eine vergleichbare Komplexität haben wir mit COQON für ca. 3.000 Euro Materialwert plus ca. 2.000 Euro Handwerkerleistung umgesetzt.

Was passiert, wenn ich umziehe? Kann ich das System mitnehmen?

Wir haben das Produkt bewusst ohne große Hürden gebaut, und es passt sich immer der jeweiligen Lebenssituation an: Wenn Sie in einer Mietwohnung starten möchten, dann starten Sie am besten mit der klassischen Plug-and-Play-Lösung. Sie wählen à la carte die Produkte aus, die zu Ihrem Leben passen. Wenn Sie dann in die Eigentumswohnung ziehen oder ins Einfamilienhaus, dann nehmen Sie COQON einfach mit und lassen es eventuell über den Handwerker zu einem Professional-Produkt upgraden. Der Handwerker kann dann für Sie komplexe Lösungen realisieren wie Heizkessel- oder Fußbodenheizungssteuerung.

 

Thema: Sicherheit

Wie sicher sind Smart-Home-Lösungen?

Wer ein Smart-Home-System zuhause einsetzt, der sollte beim Thema Sicherheit keine Kompromisse eingehen. Ganz zu Recht gibt es hierzulande eine sehr ausgeprägte Sensibilität für Datensicherheit und Datenschutz. Eine leichte und intuitive Installation und Handhabung sowie die modulare Erweiterung durch immer wieder neue technische Komponenten dürfen nicht zu Lasten des Schutzes und der Sicherheit gegenüber dem etwaigen Zugriff durch Dritte gehen. Mit COQON haben wir die bestmögliche Schnittmenge entwickelt – denn es gibt keine vergleichbare Lösung im Markt, die so sicher verschlüsselt ist.

Neben einem proprietären Protokoll unterstützt COQON das sichere Z-Wave plus und WiFi, um sich mit den Aktoren auszutauschen. Der Zugriff aus der Ferne auf die Qbox erfolgt per DataLock-Technologie mit 256-Bit-verschlüsselt über eine von der Telekom bereitgestellte UMTS-Leitung. Diesen Ansatz bezeichnet man als M2M-Technologie (Machine-to-Machine), der die höchst mögliche Sicherheit nach Bankenstandard gewährleistet und in der Smart-Home-Welt einzigartig ist.

Wir haben eine hohe Verantwortung, Datenschutz und Datensicherheit haben dabei für uns den allerhöchsten Stellenwert. Unsere Anwender und die, die es werden möchten, wissen das zu schätzen. Aber ehrlicherweise ist das immer eine Frage des Aufwands und digitalen Könnens. Wenn ein Einbrecher in Ihre Wohnung möchte, dann wählt er aber sicherlich immer noch den klassischen analogen Weg. Aber davor können Sie sich ja mit COQON absichern.

Wie steht es um die Fehleranfälligkeit? Laufe ich Gefahr, irgendwann aus meinem eigenen Haus ausgesperrt zu werden?

Das darf natürlich nicht passieren. Und wird auch nicht passieren. Denn wir arbeiten in unserem System mit einem doppelten Boden – ein Fall-Back-System und sorgen für eine immer mögliche lokale Bedienung. Bei elektrischen Schließsystemen beispielsweise, die wir künftig vorstellen werden, gibt es einen sogenannten Master-Key, mit dem auch bei Stromausfall ein Zugang möglich ist.

Das Smart Home neu denken
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